Worum es dabei geht - Galaktische Reisen durch Wurmlöcher
reisenroblem, was Krasnikow in seiner Veröffentlichung angesprochen
hat, ist ein ganz fundamentales, was alle bisherigen Theorien über
quasi-überlichtschnelle Fortbewegung/Kommunikation betrifft, bei
der man nicht wirklich schneller als Licht ist, sondern
“lediglich” die Entfernung zum Ziel (=Metrik) verkürzt:
wann immer man ein makroskopisches Objekt durch eine solche Metrik
schicken will, ohne es dabei zu zerstören oder auf
Planck-Länge zu verkleinern, muß man diese Metrik unter
Zuhilfenahme von sogenannter exotischer Materie erzeugen. Solche
Materie besitzt im Prinzip eine negative Dichte, d.h. ihre träge
UND schwere Masse ist negativ.
Die erste Idee in dieser Richtung war das durchquerbare Wurmloch. Man
hat dabei so eine Art Reverse Engineering betrieben, d.h. man hat eine
Metrik hingestellt, durch die ein makroskopisches Objekt fliegen kann
und dann hinterher geschaut, welche Massen-/Energieverteilung man
braucht und da stieß man auf diese exotische Materie. Sie ist im
Rahmen der allgemeinen Relativitätstheorie eigentlich nicht
zulässig, da sie die sog. weak energy condition verletzt. In der
Quantenmechanik sind negative Energiedichten jedoch durchaus
möglich, ja sie ergeben sich sogar zwingend (siehe
Casimir-Effekt).
Der zweite Ansatz war der berüchtigte Alcubierre’sche
“Warp”-Antrieb, der 1994 veröffentlicht wurde. Hier
wurde allerdings kein Wurmloch geschaffen, sondern der Flugkörper
sollte seine Metrik, die er zur Fortbewegung braucht, quasi an Bord
erzeugen bzw. mitschleppen. Auch hier brauchte man exotische Materie.
Das Grundproblem besteht nun darin, daß man womöglich auf
quantenmechanischer Ebene winzigste “Mengen” von exotischer
Materie herstllen kann, diese aber nicht für makroskopische
Effekte ausreichen.
Genau dem hat sich Krasnikov angenommen, indem er eine Möglichkeit
gefunden hat, mit der sich das “Gravitationsfeld” einer sehr
kleinen Menge exotischer Materie auf makroskopisch nutzbares Niveau
verstärken läßt.
Im Prinzip macht er sich dabei die Nichtlinearität der
Einstein’schen Gravitation zunutze. Sehr stark vereinfacht gesagt,
sieht das so aus:
das Gravitationsfeld eines Körpers hat selbst eine Energiedichte,
die ihrerseits eine zusätzliche Gravitation verursacht. Ein
Einstein’sches Gravitationsfeld ist also genau genommen kein
1/r^2-Kraftfeld wie das einer elektrischen Ladung, insbesondere nimmt
es überproportional mit der Masse zu. Das führt dazu,
daß z.B. Planetenbahnen um einen Stern nicht mehr exakte
Kepler-Ellipsen sind, sondern Rosetten, d.h. das Perigäum dieser
Elipse wandert im Kreis herum. Diese Veränderung des
Perigäums ist sehr schwach, aber konnte wohl deutlich vor allem
beim Merkur beobachtet werden und gilt als einer der wichtigsten
experimentellen Belege für die allgemeine
Relativitätstheorie.
Fazit: man nehme eine winzige “Menge” exotischer Materie und
verteile sie so optimal, daß der von ihr verursachte
Wurmlocheffekt sich selbst verstärkt und schon hat man ein
makroskopisch nutzbares Gebilde.
Bleibt “nur” noch der experimentelle Nachweis…
Date posted: Mittwoch, April 9th, 2008 10:01 | Under category: Allgemein
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