NS-Sozialsystem usw. - “Eine junge, dynamische Partei …”
> Die Nazis haben alle Themen - auch die Sozialpolitik - ihren
> zentralen politischen Zielen untergeordnet, auch wenn Du es nicht
> wahrhaben willst
Das bestreite ich zu einem Großteil überhaupt nicht. Jede Regierung
tut so etwas, und wenn sie es nur dadurch tut, daß sie auf Kosten
unserer Kinder und Enkel (oder denen der BRD-Einwanderer ;-))
Wahlgeschenke auf Pump verteilt wie heuzutage üblich. Die
interessanteste Frage ist für mich, ob die Maßnahmen der damaligen
Situation angemessen waren, um das Land aus einer extremen Notlage
heraus zu sanieren. Und möglicherweise waren sie das, die Beseitigung
der Arbeitslosigkeit hat ja funktioniert. Mir ist keine seriöse
Studie darüber bekannt, ob das NS-Wirtschaftssystem ohne den Krieg
hätte funktionieren können - das würde mich wirklich interessieren.
> Nur kurz zu einem Aspekt - KdF: KdF hatte unter anderem die Aufgabe,
> die Arbeitnehmer für die Nationalsozialisten zu gewinnen. KdF war ein
> straff organisiertes System, das die Freizeit der Arbeiter weitgehend
> unter die Kontrolle der Nazis bringen sollte (und brachte). KdF
> bedeutete nicht nur Reisen, es hieß auch: Militärische
> Wehrertüchtigung, politische Schulung.
War mir nicht so bekannt.
> Noch was zur Erschwinglichkeit der KdF- Reisen: “Während die
> Poularität der KdF- Reisen unbestritten ist, bestehen jedoch
> erhebliche Zweifel daran, ob besonders die begehrten Schiffsreisen
> mit der KdF-eigenen ‘Weißen Flotte’ tatsächlich für viele Arbeiter
> erschwinglich waren. Protokolle der Gestapo, die stets mit an Bord
> war, legten vielmehr den Eindruck nahe, daß vor allem NS- Funktionäre
> und Angehörige des Bürgertums an diesen Reisen teilnahmen”. (aus
> “Legenden, Lügen, Vorurteile - ein Wörterbuch zur Zeitgeschichte”, w.
> Benz [Hrsg.], dtv 1992)
Dieses Buch sollte man nicht zu ernst nehmen, das ist trotz Benz’
Professorentitel großteils unwissenschaftliche
Vorzeige-Gutmenschen-Hetze in Reinform (auch wenn ich’s bei diesem
konkreten Punkt nicht weiß - könnte sein, daß es stimmt).
> Zu den Arbeitsplatzverbesserungen:
> Würde mich mal interessieren, was Du damit meinst.
Z. B. die Organisation “Schönheit der Arbeit”, die sich für
Arbeitsschutz und bessere Arbeitsbedingungen eingesetzt hat. Speer
hat ein bischen darüber geschrieben.
Ich glaube, subventionierte Werkskantinen sind auch eine
Nazierfindung.
> Mir fällt zu
> diesem Thema vor allem ein: Verbot der Gewerkschaften, Einziehung
> deren Vermögen; Absetzung der Betriebsräte - somit Beseitigung der
> Interessenvertretung der Arbeitnehmer, Unwirksamkeit der
> ausgehandelten Tarifverträge.
Die Gewerkschaften versuchen immer nur, das Maximum für ihre
Mitglieder zu erreichen (falls sie nicht sowieso andere Interessen
gegen diese verfolgen, z. B. Vorantreiben der Globalisierung). An
einer Beseitigung der Arbeitslosigkeit durch Umverteilung haben sie
nicht das geringste Interesse, auch wenn man zynischerweise trotzdem
DGB-Fahnen bei den Montagsdemonstrationen sieht.
> politischen Organisation der NSDAP, Ley). Mir fällt weiterhin dazu
> ein, daß die Löhne staatlicherseits festgelegt wurden und kaum
> stiegen. Später Streichung der Zuschläge für Überstunden, Nacht- und
> Wochenendarbeit.
1933 war die Situation ähnlich schlimm wie heute - nur daß sich die
Weimarer Republik den sozialen Frieden nicht durch Sozialleistungen
auf der Basis fast nicht rückzahlbarer Kredite erkaufen konnte, wie
das heutige BRD-Politiker tun. Versuch Dir mal vorzustellen, was bei
uns wäre, wenn es keine Sozialhilfe und fast kein Arbeitslosengeld
gäbe, wie damals!