Re: SETI@home und ähnliche Projekte haben leider keine Chance auf … (1/2) - SETI@home will mehr Geld
reisenbstverstaendlich bist du es der hier versucht ein undeterminiertes
> System festzulegen, folglich bist du es der einen Beweis zu erbringen
> hat.
Moment! Ich treffe Wahrscheinlichkeitsaussagen auf der Grundlage von
Prämissen. Für diese Aussagen gibt es durchaus nachvollziehbare
Beweise im naturwissenschaftlichen Sinn (falls Du Biologie, Genetik,
Geologie, Archäologie und Paläontologie zugestehst, auf
wissenschaftlichem Boden zu stehen). Wie sicher “bewiesen” ist, dass
die Aliens tatsächlich niemals hier waren, darüber lässt sich
trefflich und ausführlich streiten. Ich bin aber schon der Ansicht,
dass das Fehlen jeglicher Überreste zumindest stark nahelegt, dass
“sie” niemals hier waren. Beweisen lässt sich natürlich nur das
Gegenteil.
Der auf der Grundlage molekulargenetischer Untersuchungen (z.B. am
Cytochrom c) erstellte Verwandschaftsbaum der Arten deckt sich
ausgezeichnet mit Alter, Beschaffenheit und Lage der Fossilienfunde,
was die These stützt, dass eben doch so gut wie jede erfolgreiche
Lebensform ihre Spuren auf der Erde hinterlassen hat. Soll heißen: Es
gibt nicht viele “Lücken” im Verwandschaftsbaum, für die Fossilien
existieren müssten, die aber nicht gefunden wurden.
Dass man für den Fall, dass interstellares Reisen prinzipiell
unmöglich ist, keine Aussagen über die Zahl der Außerirdischen in der
Galaxis treffen kann, habe ich hier bereits wiederholt eingeräumt.
Gleichzeitig ist aber die Antwort auf diese Frage in diesem Fall auch
offensichtlich vollkommen irrelevant, zumindest wenn man annimmt,
dass dann auch keine interstellare Kommunikation über größere
Distanzen möglich ist (dass das eine nicht geht, das andere aber
schon, scheint mir doch recht inkonsistent).
> Na wunderbar, dann fang mal mit deinem Beweis an.
Habe ich das nicht jetzt schon dreimal erklärt? Aber gerne, noch ein
viertes Mal:
Prämissen:
“Interstellares Reisen ist möglich” (:= P1) sowie
“Es gibt eine große Zahl intelligenter, hochtechnisierter
außerirdischer Zivilisationen in der Galaxis” (:= P2).
=> Einige dieser Zivilisationen können zwischen den Sternen reisen.
=> Einige dieser Zivilisationen _müssen_ sich eine neue Heimat
suchen, weil ihr Heimatstern inzwischen erloschen ist.
=> Einige dieser Zivilisationen wählen die Erde als neue Heimat aus.
=> Es gab in der Vergangenheit mehrfach Angehörige dieser
Zivilisationen auf der Erde.
=> Diese Zivilisationen konnten sich über eine längere Zeit
erfolgreich auf der Erde ausbreiten (folgt aus “intelligent” und
“hochtechnisiert”).
=> Es gibt Überreste dieser Zivilisationen auf der Erde (:= F1).
Offensichtlich befindet sich F1 im Widerspruch zur Realität. Daraus
folgt: Entweder P1 oder P2 (oder beide) sind falsch.
Und genau das war ja meine Aussage: Entweder interstellares Reisen
ist unmöglich, oder es gibt nur sehr wenige, vielleicht gar keine
außerirdischen Zivilisationen in der Galaxis. Q.e.d.
> Dann solltest du dir mal einen Rochen angucken…
Ich halte es für höchst unwahrscheinlich, dass Rochen jemals
Raumsonden oder Radioteleskope konstruieren. Nicht nur, weil
Elektronik unter Wasser eben doch etwas unpraktisch ist, sondern vor
allem, weil sie dafür ja erstmal wissen müssten, was über der
Oberfläche ist. Wenn es aufgrund von 800 km/h schnellen Stürmen und
immensen Gezeiten aber nicht sehr empfehlenswert ist, auch nur
annähernd in deren Nähe zu kommen, dürfte sich das Interesse
hypothetischer Wasserlebewesen am Weltraum in Grenzen halten.